Tausche Bildung für Wohnen

Für einen aufrechteren Gang

 

Tausche Bildung für Wohnen ist ein Sozialunternehmen mit Bildungsangeboten in Stadtteilen wie Duisburg-Marxloh, Gelsenkirchen-Ückendorf oder Witten-Mitte. Junge Leute können mietfrei im Stadtteil leben und übernehmen im Gegenzug eine Bildungspatenschaft und fördern Kinder in ihrer persönlichen, sozialen und schulischen Entwicklung.

„Das große Ziel ist, dass die Kinder mehr Selbstbewusstsein bekommen, dass sie Aufmerksamkeit bekommen, dass sie einfach lernen, dass die Welt nicht an der Grenze von Duisburg-Marxloh endet, sondern dass die Welt groß ist. In Stadtteilen wie Duisburg-Marxloh, denen es nicht gut geht, da müsste eigentlich die beste Infrastruktur her, hier müssten die besten Schulen hin. Und was Stadtteile wie Marxloh eben nicht haben, ist ein guter Zugang zu Bildung.
Wir bringen den Kindern ehrlichen Respekt gegenüber und gucken eben nicht auf deren Defizite sondern auf das, was sie können. Und wir finden die Kinder einfach super so wie sie sind. Das hört sich ein bisschen nach Sozialromantik an, aber es funktioniert. Uns hat eine Schulleiterin ein tolles Kompliment gemacht und das bringt es auf den Punkt. Sie hat gesagt, dass sie die Kinder, die zu uns kommen, nicht nur daran erkennt, dass sie sich in ihrer Konzentrationsfähigkeit gesteigert haben und dass ihre Noten sich langsam verbessern, sondern sie sieht, dass die Kinder einen aufrechteren Gang haben.“

Nach Beiträgen von Christine Bleks, Gründerin und 1. Vorstand von Tausche Bildung für Wohnen im Video Tausche Bildung für Wohnen: Die Kinder von Duisburg-Marxloh vom Goethe-Institut e.V., No-Go?, Autoren: Florian Falzeder, Anne-Nikolin Hagemann, Redaktion: Christine Ruhland

Beitrag vom 26. November 2021

Frank Schinski forscht mit Fotografie zur Arbeitswelt, unter anderem zu Bewerbungsprozessen.

Frank Schinski

„Auf welche Rituale einigen sich die Personen, die da zusammenkommen? Mich interessiert es wie einen Soziologen, der sich das mit dem Fotoapparat anguckt.“

Frank Schinski, Fotograf, im Gespräch mit Ingo Taubhorn, Kurator der Ausstellung „Kontinent – Auf der Suche nach Europa“

„Mir geht es um Menschen, die sich auf ein Verhalten geeinigt haben und es einfach ausführen. Uniformitäten werden standardisiert angewandt in einer Choreografie imaginärer Erwartungen.“

Nach Frank Schinski

© Frank Schinski, „Richtige Einstellung“/ “The Right Attitude“, seit 2017, im Assessment Center

Frank Schinski dokumentiert fotografisch und betrachtet kritisch. Frank Schinski ist Mitglied von Ostkreuz.

Beitrag vom 22. November 2021

Hanno Burmester

„Um Zukunft zu werden, müssen wir verlernen.“

 

„Damit Wandel gelingt, braucht es den Mut zu verlernen: Welt- und Menschenbilder, Glaubenssätze, Verhaltensmuster. Jeder Mensch lernt Dinge, die zu einem Zeitpunkt nützlich sind, irgendwann aber hinderlich. Das gilt nicht nur für einzelne, auch als Gesellschaft sind wir geprägt von unserer Vergangenheit. Diese Muster verhindern eine Realität und Zukunft, die wir haben wollen und könnten.“

„To do so, we must be willing to let go of ourselves. To unlearn what we think we are, individually and collectively. To become someone else, and thus truer to ourselves. This journey is called transformation. A path that starts with a personal journey, to then substantially change our organisations and society as a whole.“

Zitate von Hanno Burmester, Unlearn, Demokratie21

Hanno Burmester ist politischer Vordenker, Organisationsberater und Gründer der europäischen zivilgesellschaftlichen Konferenz Innocracy. Diese erforscht durch das jährliche Symposium, was Demokratie in der Zukunft braucht, wie sie ausgestaltet sein sollte.

Beitrag vom 26. Oktober 2021

Anna Witt

Zöpfe in Flammen – Trecce in Fiamme

In dem Artist-in-Residence Projekt THE CHANGE BEYOND THE VISIBLE – DER WANDEL JENSEITS DES SICHBAREN taucht Künstlerin Anna Witt in das Altstadtviertel Forcella von Neapel ein, um Kultur und Gesellschaft im Quartier zu studieren. Dabei fokussiert sich Witt auf Geschichten und tägliches Leben neapolitanischer Frauen und erkennt ein einzigartiges soziales Beziehungsgeflecht.

Die Begegnungen und der Austausch mit den Menschen Forcellas eröffnen einen neuen Blick auf die zeitgenössische neapolitanische Gesellschaft und heben eine ihrer großen Ressourcen hervor: zwischenmenschliche Beziehungen als Motor für die persönliche und kollektive Erneuerung.

 

© Anna Witt, Braids on Fire/ Trecce in Fiamme, 2021, 2-channel HD video installation, colour, sound, 15:00 min, courtesy by the artist and gallery Tanja Wagner

With impartial interest in her counterparts, Anna Witt creates playful situations and enables communal interaction. Non-verbal just as verbal articulation leads us to think about a fundamentally new definition of our communal coexistence. Anna Witt’s work is valued as groundbraking. Witt is represented by Tanja Wagner, Berlin.

“Looking to women from the past and coming to understand them in relation to the present, was for us a way to show how much the significance of women’s action in society is still so much hidden and continues to be made by struggle. It is because of this that we speak in our project about women from the Neapolitan Revolution, feminists and activists, as well contemporary Neapolitan protagonists who speak for women’s solidarity, with the aim to renew their achievements in the present and for the future.”

The curator Maria Teresa Annarumma expresses (extract) in TIQUE, publication of contemporary art.

The video installation “Braids on Fire/Trecce in Fiamme, 2-channel HD video, 2021” by Anna Witt was presented in the Goethe-Institut Neapel and the Forum Austriaco di Cultura a Roma at the end of the residency program THE CHANGE BEYOND THE VISIBLE, curated by Maria Teresa Annarumma with the collaboration of Associazione Amici di Carlo Fulvio Velardi ONLUS-Casa di Vetro and the Complesso Museale di Santa Maria delle Anime del Purgatorio ad Arco.

Beitrag vom 5. September 2021

Mohamed Riduoani is mayor of the city of Leuven in Belgium. The university city is near to Brussels; 171 nationalities are living there. Leuven was awarded in 2020 "Capital of Innovation" by the European Commision.

Mohamed Ridouani

„How in the 21st century, how can we restore a sense of belonging?“

Mohamed Riduoani explains his visions of city and society at the Berlin-conference 2020 Europe Bottom-Up during the panel Europe Bottom-up-Visions for the Success of Europe, November 9th, 2020.

Mohamed Ridouani, mayor of the city of Leuven in Belgium is speaking.

© Conference Recordings / Stiftung Zukunft Berlin

The Berlin-conference 2020 Europe Bottom-Up was organized by „A soul for Europe“, „Cities For Europe“, „Wir sind Europa“.

Beitrag vom 28. Juli 2021

Hella Jongerius

Kosmos weben

29. April bis 15. August 2021 im Gropius Bau

© Jongeriuslab, Woven Cosmos – Spaceloom 2 (2021), Foto: Jongeriuslab

“Craft teaches you to question the material that you work with. A material never travels alone. It has a social and geopolitical agenda. Our economy, society and environment are all interdependent systems that make up a whole. The health and vitality of one effect the other. For the planet we need to heal our materials, we need to heal our industries.”

Text excerpt by Hella Jongerius, video tour of the exhibtion Woven Cosmos in the Gropius Bau

© Hella Jongerius / VG Bild-Kunst, Pliable Architecture (2021), Foto: Laura Fioro

“Transformation this is what Hella really is aiming for. How can craft really be part of thinking about sustainable future.”

Text excerpt by Stephanie Rosenthal from an interview by Dezeen, a London based design and architecture magazine. Stephanie Rosenthal is director Gropius Bau, curator of the show Woven Cosmos together with Clara Meister.

Hella Jongerius (1963, Netherlands) is leading designer known for her research-driven approach and vigorous work on uniting craftmanship and industrial production, infusing mass produced objects with imperfection, sensibility and character.

Beitrag vom 15. Juli 2021

Fassung vom 30. November 2020

Neue Leipzig-Charta

Die transformative Kraft der europäischen Städte

Europa ist geprägt durch eine Vielzahl an kleinen, mittelgroßen und großen Städten. Sie bilden eine polyzentrische Siedlungsstruktur aus funktional zusammenhängenden Räumen, die alle unterschiedliche Potentiale und Herausforderungen aufweisen. Europäische Städte sind mehr als dicht bebaute Siedlungen, sie ermöglichen ein kulturelles, soziales, ökologisches und wirtschaftliches Zusammenspiel. Die meisten Städte sind geprägt von einzigartigen, historisch gewachsenen Innenstädten von außergewöhnlicher kultureller Bedeutung. Sie prägen das städtische Kulturerbe Europas und die Identität Ihrer Einwohnerinnen und Einwohner. Kultur steht im Zentrum jeder nachhaltigen Stadtentwicklung. Dazu zählen auch der Erhalt und die Entwicklung des gesamten baukulturellen und kulturellen Erbes.

Städte sind Orte der Vielfalt, Kreativität und Solidarität. Kulturelle und politische Traditionen bilden die Grundlage für die Entwicklung der Stadt als Ausgangspunkt demokratischer Rechte und Werte. Zudem sind Städte Experimentierfelder für neue Problemlösungsansätze und soziale Innovationen.

Qualitativ hochwertige, für alle offene und sichere öffentliche Räume machen die Stadt lebendig: Sie schaffen Räume für Begegnungen, Austausch und Integration. Es gilt, eine hochwertige Stadtplanung und einen guten Städtebau zu stärken, die zum Wohlergehen aller beitragen. So können kompakte, sozial und wirtschaftlich gemischte Städte mit gut ausgebauten Infrastrukturen und einem gesunden Stadtklima entstehen, die den Menschen die Möglichkeit zur Identifikation bieten. Dafür ist ein ganzheitliches Verständnis von qualitativ hochwertiger Baukultur als Grundlage von integrierten Planungs- und Gestaltungsprozessen notwendig. Dies gilt für die gesamte vom Menschen gebaute Umwelt in europäischen Städten. Dazu gehören das Management und die Umnutzung des Bestands, ebenso wie die Gestaltung und der Bau von zeitgemäßen Gebäuden, Infrastrukturen und öffentlichen Räumen.

Städte und Städtesysteme sollen flexibel und in der Lage sein, auf externe disruptive Ereignisse sowie auf dauerhafte Belastungen reagieren zu können. Um die städtische Widerstandsfähigkeit zu stärken und somit besser auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können, sollten Städte voneinander und aus vergangenen Ereignissen lernen. Auch eine anpassungsfähige Stadtentwicklungspolitik und ein Verwaltungshandeln im Sinne des Gemeinwohls sowie eine ausgewogene Umsetzung der gerechten, grünen und produktiven Dimension tragen zur Entwicklung robuster Strukturen bei. Vorausschauende und präventive Politiken, Konzepte und Projekte sollten dabei verschiedene Szenarien beinhalten. Dies ermöglicht es, Herausforderungen im Umwelt- und Klimabereich vorauszusehen; ebenso wirtschaftliche Risiken, Veränderungen und Gesundheitsprobleme.

Herausgegeben vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Bonn

MACHT STADT GEMEINSAM! Die Nationale Stadtentwicklungspolitik ist die zentrale Plattform für integrierte Stadtentwicklung in Deutschland. Als Gemeinschaftsinitiative von Bund, Ländern und Kommunen fördert sie bundesweit innovative Projekte, unterstützt, vernetzt und berät Stadtmacher*innen aus Kommunalpolitik und -verwaltung, Planungsprofessionen und der Zivilgesellschaft. Grundlage der Aktivitäten der Nationalen Stadtentwicklungspolitik ist die Leipzig-Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt, die 2007 verabschiedet und 2020 umfassend erneuert wurde.

Beitrag vom 12. Juni 2021

Die ehemalige „Eisenhütte” ist nun KoFabrik Bochum.

KoFabrik Bochum

„Wir wollen als Verein mit der Quartiershalle neuen Raum zur Verfügung stellen, in dem die Potenziale der Menschen, die dort leben, wirken und arbeiten, weitergedacht und -entwickelt werden.“

Namik Celik der Kofabrik

Im Rahmen sogenannter „Viertelsstunden“ engagieren sich die Mieter*innen für das Gemeinwohl. Auf diese Weise schenkt die Immobilie dem Quartier pro Jahr an die 1.000 Stunden Zeit und Kompetenz.

 

Die dritte Folge der Filmreihe „Die Gamechanger – Kreative Orte, kreative Lösungen” zeigt das von Montag Stiftung Urbane Räume initiierte Projekt der KoFabrik in Bochum. Die Akteur*innen berichten, wie sie die ehemalige „Eisenhütte” in einen Ort für nachbarschaftliche Begegnungen, kooperatives, kreatives Arbeiten und urbane Produktion verwandeln.

© Raute Film. Eine Filmreihe von CREATIVE NRW, Kompetenzzentrum Kreativwirtschaft, der Montag Stiftung Urbane Räume und KLuG e.V.

Gefördert vom *Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, *der Europäischen Union, Investition in unsere Zukunft, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung, von *EFRE NRW, Investitionen in Wachstum und Beschäftigung.

Beitrag vom 6. Mai 2021

Erwin Wurm

one minute sculpture

 

LAY DOWN, TAKE A DEEP BREATH, DON’T THINK AND FEEL CONNECTED

– performed by the public –

Mit seinen menschlichen Skulpturen revolutioniert Erwin Wurm das Verständnis von bildender Kunst. Erwin Wurm ist von König Galerie repräsentiert.

© Erwin Wurm, Lay down and don’t think, Mixed Media, 2005, Performed by the public, Adorno was wrong with his ideas about art, Biennale D’Art Contemporain de Lyon, Lyon, France, 2005, VG Bild-Kunst, Foto der Aktion: Werner Reichel, Courtesy König Galerie

„Die internationale Gruppenausstellung AUSZEIT. VON PAUSEN UND MOMENTEN DES AUFBRUCHS im Kunstmuseum Ravensburg versteht sich als Einladung, um – vor dem Hintergrund einer sich zunehmend beschleunigenden Gesellschaft, die sich aktuell im Ausnahmezustand befindet – über die Bedeutungsebenen und Potenziale einer Auszeit nachzudenken.“

„Es stehen Strategien der Entschleunigung und der Präsenzerfahrung im Mittelpunkt, die nicht selten auch humorvoll von den Künstlern unterwandert werden,“

kommentiert Kuratorin Kristina Groß Ausstellungssegment HOW TO BE IN THE MOMENT.

Die Ausstellung AUSZEIT. VON PAUSEN UND MOMENTEN DES AUFBRUCHS wird vom 17. April bis 11. Juli 2021 im Kunstmuseum Ravensburg gezeigt. Bitte recherchieren Sie die realen Öffnungszeiten auf der Website des Museums.

Beitrag vom 28. April 2021

Ina Schoenenburg

Związki – Beziehung

gesehen in KONTINENT – Auf der Suche nach Europa, eine Ausstellung des Fotografenkollektivs Ostkreuz in der Akademie der Künste Berlin, 2.10.2020 bis 18.4.2021

In Ihrem Projekt Związki fotografiert Ina Schoenenburg entlang der deutsch-polnischen Grenze. Die dabei entstandenen Landschaften erinnern an die Westverschiebung der polnischen Grenze und Zwangsumsiedlungen der deutschen und polnischen Menschen. Schoenenburg stellt sich zudem die Frage: „Gibt es heute in der Oderregion ein Europa, in dem ein solidarisches Miteinander gelebt wird?“

© Ina Schoenenburg/Ostkreuz, An der Oder, Grenzdorf Hohenwutzen, Brandenburg, 2019

„Ina Schoenenburg stellt den polnischen und deutschen Landschaften Portraits von Jugendlichen gegenüber, die sich in grenzübergreifenden Projekten engagieren. Diese Gesichter, die wir nicht als polnische oder deutsche identifizieren können, erzählen von einem Versprechen auf eine gemeinsame Zukunft.“

Nach Ingo Taubhorn, Kurator der Ausstellung

© Ina Schoenenburg/Ostkreuz, links: Jugendliche bei einer polnisch-deutschen Kooperation in der Internationalen Kinder- und Jugendbildungstelle Schloß Trebnitz, rechts: Jugendlicher bei einem internationalen Projekt des interkulturellen Zirkus Zack, Oderberg, Brandenburg, 2016

Die Autorenfotografin Ina Schoenenburg erforscht mit Ihrer Arbeit Lebensgewohnheiten in heimischer Umgebung. Sie bleibt dabei Mensch und Gegend zugetan.

Beitrag vom 27. April 2021